Bogotá Blues
Ein Fall für Rosa-Li Sauer


Éditions Trèves, Trier Januar 2010
183 Seiten, Taschenbuch
€ 11,50
ISBN 978-3-88081-552-0

 

 

 


Worum geht´s?
Mitreißender Action-Krimi um Entführung, Mord und illegale Adoptionen. Bogotá empfängt Rosa-Li Sauer mit einer Schreckensmeldung: Der Entwicklungshelfer Ottmar Schmidt und seine zweijährige Tochter wurden entführt! Journalistin Rosa-Li wittert eine heiße Story. Auf der Suche nach den Gekidnappten recherchiert sie unter Killern der Kokainmafia und in Guerillakreisen, gerät in die Fänge der berüchtigten Paramilitärs und lässt sich in eine deutsche Hilfsorganisation einschleusen. Und sie trifft ihren Ex-Lover und Kollegen Roberto Pavón wieder, der inzwischen zum Fernsehstar avanciert ist. Auch nach Jahren knistert es noch zwischen den beiden.
Als Ottmars Befreiung zum Greifen nahe scheint, nimmt die Geschichte eine neue Wendung. Auslöser ist ausgerechnet ein deutscher Zeitungsartikel. Rosa-Li und Roberto kommen einer grausamen Intrige auf die Spur, bei der es nicht nur um Geld geht.

 

 

Die Presse schrieb:

... Südamerika ist aber kompliziert – und so richtig kompliziert wird es in Kolumbien. Ach, dort kämpfen die USA gegen das Rauschgift – oder so … Muss aber nicht so sein: Eva Karnofsky unterhält Sie blendend mit einem hochauflösenden Thriller aus dem Land der tausend Komplikationen: „Bogotá Blues“. Neben Gewalt (viel Gewalt) gibt es nämlich noch ein paar andere wichtige Dimensionen im Leben von Menschen und von glaubwürdigen literarischen Figuren. Erotik, z. B., Komik sowieso.

Tomás Borchte in CulturMag vom 27. November 2010

 

...nach einer ganzen Reihe von hervorragenden Reportagen und Faction-Büchern hat die langjährige Lateinamerika-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung jetzt ihren ersten Kriminalroman geschrieben. er dreht sich um den mühseligen kolumbianischen Alltag mit Entführungen, Kinderhandel, Korruption und allgegenwärtiger Gewalt. Ein spannendes Buch, das ganz fest und sicher auf dem Boden des Unromantischen und Plausiblen bleibt und sich erzählerisch eben mit diesen Gegebenheiten rumprügelt, ohne zu Überhöhung und spektakulären Thrills zu neigen.

Leichenberg 06/2010

 

...Kolumbianische Realität und deutsches Entwicklungshelfer-Ambiente werden zu einem gradlinigen Krimi verwoben, in dem Action, Erotik und Humor nicht fehlen...

Backnanger Kreiszeitung v. 09. Januar 2010

 

... Mit ihrem neuen Buch knüpft die Autorin ein fesselndes, auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität wandelndes Band nach Südamerika, nach Kolumbien. Ihre Heldin, Rosa-Li Sauer, will sich nicht zufrieden geben mit den erkennbar erfolglosen Versuchen öffentlicher Stellen, den Entführten zu helfen. Im Gegenteil: Sie stürzt sich kopfüber in den Sumpf aus Paramilitärs, Guerilla und dem allgegenwärtigen Verbrechen in einem von Armut geschüttelten Land...

Thorsten Pelka, Bonner Rundschau v. 30. November 2009
 


Leseprobe:
Offensichtlich hatte Ottmar kurz nach Einbruch der Dunkelheit vor dem Tiefgaragentor seines Hochhauses gehalten, die Fernbedienung betätigt und gewartet, bis die Ampel ihm grünes Licht zur Einfahrt gab. In diesem Moment rissen zwei bewaffnete, maskierte Männer die Fahrertür auf, zerrten Ottmar aus dem Wagen und stießen ihn in den Fonds, wo Miriam in ihrem Kindersitz saß. Einer der drei Verbrecher hockte sich neben sie, der zweite schwang sich hinter das Steuer und ein dritter sprang auf den Beifahrersitz. Dann brausten sie in Richtung Norden davon. Der Portier hat den Überfall von seinem Schreibtisch im Foyer des Gebäudes beobachten können. Er rief sofort die Polizei und wollte Ottmar dann zu Hilfe eilen, doch als er seine Pistole aus dem Halfter befreit hatte, war der Wagen schon verschwunden. Was hätte er allein auch gegen drei Männer ausrichten sollen, die nach seinen Aussagen über Schnellfeuerwaffen verfügten?
Nach einer Weile rückte die Polizei an, konnte jedoch am Tatort keine brauchbaren Spuren sichern, die nähere Auskunft über die Täter hätten geben können. Auch in den umliegenden Hochhäusern fanden sie niemanden, der vielleicht zufällig am Fenster gestanden und die Entführer gesehen hätte.
Wenig später kehrte Luisa vom Friseur zurück, der sie für Rosa-Lis Welcome-Party verschönert hatte. Sie bekam einen Weinkrampf, als sie hörte, was geschehen war, und der Polizeiarzt gab ihr eine starke Beruhigungsspritze. Das Hausmädchen erklärte sich bereit, über Nacht bei ihr zu bleiben.
Als Ralf und die beiden Frauen eintreffen, hockt Luisa in sich zusammengesunken auf der Couch im Wohnzimmer, einen von Miriams Teddybären im Arm. Ein Weilchen sitzen alle nur still da, Rosa-Li nimmt Luisas Hand und drückt sie ganz fest, bis Ralf das Schweigen bricht. „Luisa, ich weiß, es ist schwer für dich, aber wenn wir die beiden unversehrt zurück haben wollen, musst du versuchen, uns zu helfen.“
Sie nickt und schaut auf. „Ich tue alles, alles, Ralf. Alles was sie wollen. Wenn sie sie mir nur wiedergeben.“
Weder im Büro von German Aid noch bei Luisa haben sich die Entführer gemeldet. „Uns bleibt nur zu warten. Zu deiner Beruhigung, Luisa, die Zentrale ist bereit zu zahlen, ganz gleich, was sie fordern.“
Wieder nickt Luisa. „Die Polizei hat mich gefragt, ob ich mit einer Befreiungsaktion einverstanden bin, sie hätten eine sehr gute Anti-Entführungs-Einheit.“
„Weißt du, ich halte einen Befreiungsschlag für keine gute Idee“, erwidert Carolina. „In der Mehrzahl der Fälle gelingt es zwar, die Geiseln zu befreien, aber ich habe auch von verschiedenen Befreiungsaktionen gehört, bei denen die Entführten versehentlich erschossen oder von den Kidnappern hingerichtet wurden, als die Militäraktion begann. Wenn ich du wäre, würde ich einer Befreiung nicht so ohne Weiteres zustimmen. Aber letztendlich kannst du das nur allein entscheiden. Solange wir nicht einmal wissen, wer die beiden entführt hat, ist daran ja ohnehin nicht zu denken.“
Gemeinsam spielen sie durch, wer als Entführer in Frage kommt. Dass Ottmar sich innerhalb von acht Wochen in Kolumbien bereits persönliche Feinde gemacht hat, schließt Luisa aus. „Es muss berufliche Hintergründe haben, Ralf. Er hat mir erzählt, dass eines eurer Projekte im Einzugsgebiet einer Gruppe von Paramilitärs liegt, die die Waffen noch nicht niedergelegt haben. Vielleicht haben die etwas dagegen, wenn ihr die Bauern organisiert? Ich weiß, dass Ottmar den Paras nicht traut!“
„Damit hat er auch Recht, sie sind skrupellos und brutal. Aber ich kenne das Projekt nun schon seit Jahren, wir hatten nie die geringsten Probleme mit ihnen. Und mit der Guerilla auch nicht. Im Süden haben wir ein Projekt, das der indianischen Bevölkerung zweier Dörfer hilft, aus dem Koka- und Schlafmohnanbau auszusteigen, es liegt im Einflussgebiet der FARC. Doch sie haben sich nie eingemischt. Ottmars Vorgänger hat ein paar Mal mit dem örtlichen Comandante Kontakt gehabt. Er hat ihm versichert, dass sie unsere Arbeit unterstützen.“
Nun schaltet sich auch Rosa-Li ein. „Ein paar Drogenhändler könnten natürlich etwas dagegen haben, dass ihr ihnen den Rohstoff für ihr lukratives Geschäft entzieht. Aber ich habe eine ganz andere Vermutung. Ottmar ist unschwer als Ausländer zu erkennen, er ist groß und blond, er wohnt in der 83. Straße, und er fährt einen sündhaft teuren, nagelneuen Geländewagen. Das riecht doch alles förmlich nach Geld! Kein Kolumbianer weiß, dass German Aid die Wohnung und den Wagen bezahlt und Ottmar und Luisa nicht reich sind. Ich schätze, ganz normale Kriminelle haben ihn ein paar Wochen lang beobachtet und sind zu der Überzeugung gekommen, dass man für die beiden viel Geld erpressen kann!“  ...
 










 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Ekkehart Malz

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